„Winter-Küche im Dezember, Januar und Februar“

 

Dezember
in der Natur ist es jetzt still, die Tage sind kurz und die Sonnenkraft schwach, jetzt sollte man ein bisschen ruhiger werden und sich auf das Wesentliche besinnen
 
am 4. Dezember wird es Zeit, die Barbarazweige zu schneiden und gut einzuwässern -  wenn sie vorsichtig gepflegt werden, bringen sie an Weihnachten einen Hauch Frühling ins Wohnzimmer und man sagt seit alters her, wenn sie gar vor Weihnachten austreiben, verheisse dies ungeahntes Glück!
 
die Kräuterkissen haben nun Hochsaison, man sollte sich etwas mehr Ruhe gönnen, sich auch tagsüber mit einem Buch und einem warmen Kräuterkissen im Arm an ein stilles Plätzchen verziehen, das wirkt Wunder gegen Winter-depressionen
 
auch die Herren der Schöpfung mögen den Duft von Kräutern und für sie sollte man ein ganz speziell liebevolles Kuschelkissen stopfen: z.B. 5 Teile getrocknetes Waldmoos, 2 Teile Waldmeister, 2 Teile Salbeiblätter, 1 Teil Wacholder- od. Fichtennadelspitzen und etwas Weihrauchharz (im Mörser zerreiben)
 
zu Weihnachten öffnen wir unsere Vorratskammern mit all den Köstlichkeiten eines ganzen Jahres  -  wir freuen uns, was sich daraus alles zaubern lässt  - und zur Krönung des grossen Festes und zum Jahresausklang werden jetzt die gut gelagerten, selbstangesetzten Liköre kredenzt!
 
 
Januar
klirrende Kälte und eine eisige Schneedecke haben alles fest im Griff
jetzt kommt die Zeit, wo man sich ein bisschen kalorienhaltiger ernährt
 
nahrhafte Suppen und kräftige Braten mit Kartoffelstock, Kürbis-, Karotten-oder Kohlgemüse stehen jetzt hoch im Kurs, abgerundet mit gebratenen Zimtäpfeln, in Honig gerösteten Baumnüssen, gebackenen Zwetschgen in Rumsauce etc.
 
Galgant und Ingwer wärmen, schützen vor Erkältung, regen Leber und Galle an, räumen den „überlasteten“ Magen auf und schonen Herz und Nerven
 
 
Februar
noch schwingt der Winter sein Zepter hart, doch ab und zu weht bereits ein mildes Föhnlüftchen und bringt uns ein ganz leises Frühlingsahnen
 
unser Organismus ist träge und müde, wir können ihn mit einer letztjährig gesammeltem Brennnesseltee-Kur entschlacken und zu neuen Kräften anregen (man trinkt 1½ lt Brennnesseltee auf den ganzen Tag verteilt, 1-2 Wo lang)
 
 zwischendurch hilft ein ganz spezieller Krafttrunk unserer geschwächten „Batterie“ wieder auf die „Beine“:
 
dazu braucht es 2 dl kochendes Wasser, 2 getrocknete Beifusszweige, Saft 1 Bio-Zitrone, 1 Glas Brombeersaft (vorsorglich im letzten Spätsommer eingefroren) und 2 EL Bienenhonig
die Beifusszweige 5 Min. in das kochende Wasser legen, dann entfernen, den Bienenhonig im Beifusswasser auflösen, Zitronensaft und Brombeersaft zufügen und die Köstlichkeit in kleinen Schlucken genüsslich trinken
 
Hinweis: dieser Krafttrunkt eignet sich nicht für Kinder, Schwangere u. Stillende (wegen dem Beifuss, dieser kann aber durch Thymian ersetzt oder einfach weggelassen werden)
dem Traurigen ist jede Blume ein Unkraut,
aber dem Glücklichen ist jedes Unkraut eine Blume
Finnisches Sprichwort