„Wildpflanzen in der Jahreszeiten-Küche“

das Interesse an Wildkräutern hat in den letzten paar Jahren stark zugenommen, es ist ja auch nicht verwunderlich, ständig hört man von neuen Skandalen mit chemischen, krankheitserregenden Rückständen in Lebensmitteln von überzüchtetem, degeneriertem Gemüse und Obst mit immer weniger Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen, vom Aroma ganz zu schweigen, etc.

dies stimmt viele Menschen sehr nachdenklich und man sucht Alternativen - nicht jedermann hat einen eigenen Garten mit biologisch gezogenem Gemüse

es geht nicht darum, aus einem falsch verstandenen "Gesundheitswahn" alles auf den Kopf zu stellen, sondern darum, ein bisschen bewusster wahrzunehmen, was uns die Natur für Schätze "vor die Füsse" legt und die gesunden, natürlichen Gaben in unseren alltäglichen Speisezettel aufzunehmen

wer sich also wirklich ernsthaft mit gesunder Ernährung auseinandersetzt, kommt heute an den Wildpflanzen nicht mehr vorbei, sie haben sehr viele natürliche Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, alles Stoffe, die wir dringend benötigen, wenn wir unseren Körper und unseren Geist gesund erhalten wollen

Wildpflanzen-Rezepte sind aussergewöhnlich und anfänglich sicher auch etwas gewöhnungsbedürftig, - obwohl sie vor noch gar nicht so langer Zeit täglich auf dem Speisezettel unserer Vorfahren standen, aber wir „modernen“ Menschen haben bei dem heutigen Überangebot an Lebens- und Genussmitteln aus aller „Herren-Länder“ verlernt, das ursprüngliche Natur-Angebot zu nutzen

es sollten niemals ganze Gerichte aus ein- und demselben Kraut zubereitet werden, dies würde mit der Zeit sicher zu einem Raubbau in der Natur führen, was wir ja unbedingt vermeiden wollen, nein, es geht vielmehr darum, unsere Rezepte mehr oder weniger in ihrer heutigen Ursprünglichkeit zu belassen, aber mit viel Kreativität wildwachsende Pflanzen in den Speiseplan miteinzubeziehen, spezielle Akzente zu setzen und so die ursprüngliche Kraft der Natur zu nutzen, unserer Gesundheit und natürlich auch unserem Gaumen zuliebe

wer anfängt, sich intensiver mit der Wildpflanzen-Küche zu beschäftigen, wird feststellen, dass kein Gericht wie das andere schmeckt, immer wieder gibt es etwas Neues, Sensationelles zu entdecken, vieles lässt sich in geschmacklich harmonisch abgestimmte Kombinationen verarbeiten, z.B. passen Beinwell, Brennnessel, Giersch und Wegerich gut zueinander, hingegen schmeckt der Sauerampfer besser einzeln, man muss es einfach ausprobieren, denn der Kreativität sind absolut keine Grenzen gesetzt

bei der Nutzung von Wilkräutern und Wildgemüse aus der freien Natur haben genaue Pflanzenkenntnisse oberste Priorität, damit es zu keinen Verwechslungen mit ungeniessbaren oder gar giftigen Exemplaren kommt

  • nur Pflanzen ernten, die man sicher kennt, stets ein Bestimmungsbuch mitnehmen, im Zweifelsfalle die Pflanzen immer stehen lassen
  • nach Möglichkeit die nötigen Kenntnisse auf einer Kräuterwanderung mit einer pflanzenkundigen Person erwerben
  • nur saubere und gesunde Pflanzen sammeln, verschmutzte und umweltbelastete Orte meiden
  • nur soviel ernten, wie man wirklich braucht, Wildpflanzen verderben sehr rasch
  • von vorhandenen Blüten und Samen immer mind. ¼ zur baldmöglichen Regeneration stehen lassen
  • stets daran denken, dass Wildpflanzen auch Nahrungsquelle und Schutz für viele Kleinlebewesen sind, darum respektvoll sein und in der Natur nichts zerstören
  • niemals Wurzeln oder Samen von seltenen Arten ernten, damit sich der Bestand wieder erholen kann
  • die benötigten Pflanzenteile entweder mit Daumen und Zeigefinger abzwicken, für härtere Teile Schere oder Messer verwenden
  • die Ernte luftig in Körben, Papier- oder Baumwollsäcklein transportieren (kein Plastik)
  • vor der Verwendung alle Pflanzenteile nochmals gründlich verlesen und säubern

Zusammenfassung: ein Korb, ein kleines Messer, eine Schere, einige Papier- und Baumwollsäcke und ein Bestimmungsbuch gehören zur Grundausstattung für die Wildkräutersammlung

es ist selbstverständlich, in der Natur keinen Raubbau zu betreiben, nichts zu zerstören und nur dort zu ernten, wo es noch intakte Stellen ohne Schadstoffe gibt

selbstverständlich wird nur soviel mitgenommen, wie man gerade braucht, die Pflanze soll sich ja baldmöglichst wieder erholen können

im Frühjahr sind die Kräuter bekannterweise am gehaltvollsten. Vielfach ist es sinnvoll, sich von irgend etwas Speziellem einen kleinen Vorrat anzulegen (viele Pflanzen wachsen nur kurze Zeit, dann verschwinden sie wieder für ein ganzes Jahr im Boden)

es ist wichtig zu wissen, was man trocknen, einfrieren, in Essig, Öl und Salz einlegen oder zu Paste verarbeiten kann,  etc. um später daraus leckere Gerichte zu zaubern

geschützte Pflanzen sind absolut tabu !

 

 

Kräutergeschmack

jede Wildpflanze hat ihren ganz eigenen Geruch und Geschmack, wenn man sie in der Küche verwenden will, ist es wichtig, sich zuerst damit vertraut zu machen

es gibt eine einfache Regel: wenn man eine Wildpflanze noch nicht näher kennt und sie ausprobieren möchte, zerreibt man ein paar Blättchen kräftig zwischen beiden Handflächen und lässt sie warm werden, dann öffnet man die Hände wieder und atmet den Pflanzenduft tief ein, steigt der Geruch zart und aromatisch in die Nase, darf man grosszügig mit den Kräutlein umgehen, wenn er aber scharf und beissend ist, sollte man eher zurückhaltend sein (z.B. Gundelrebe)

man muss auch bedenken, dass sich klima- u. witterungsbedingte Einflüsse stets verändern und daher auch Schwankungen im Aroma und ganz besonders auch in der Zusammensetzung der Heilkräfte bewirken können

übrigens: Gartengemüse und Wildpflanzen ergänzen sich in Geschmack und Inhaltsstoffen äusserst sinnvoll

 

 

beste Sammelzeit der Heilkräuter

zum Sammeln von Blattkräutern eignet sich am besten ein gut trockener Tag im zunehmenden Mond, kurz vor Vollmond in einem Wasserzeichen (Krebs, Skorpion, Fische). Nach Regentagen sollte man für die Ernte 1-2 Sonnentage abwarten

zum Sammeln von Blüten und Knospen eignet sich am besten der spätere Vormittag eines Lufttages (Zwillinge, Waage, Wassermann), sobald der Tau bereits verdunstet, die Blüten und Knospen aber noch nicht durch die Sonnenhitze ausgetrocknet sind

zum Sammeln von Samen und Nüssen eignen sich vor allem warme, vollsonnige Feuertage (Widder, Löwe, Schütze), die Nüsse müssen gut ausgereift sein

zum Sammeln von Wurzeln und Knollen eignen sich trockene Erdtage (Stier, Jungfrau, Steinbock) im Frühjahr oder im Herbst am besten, entweder vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang

abgesehen von diesen Grundregeln können die Pflanzen auch dann gesammelt werden, wenn der Mond gerade in demjenigen Zeichen steht, welches dem entsprechenden Körperteil zugeordnet ist und auf den das Kraut heilsam wirkt

nach dem 15. August (Maria Himmelfahrt) sollten keine Heilkräuter mehr gesammelt werden, die Kraft lässt nach. Eine grosse Ausnahme ist die Brennnessel, welche ihre beste Heilwirkung erst im September entfaltet, wenn die Jungfrau im abnehmenden Mond steht (für die Küche gilt natürlich die Nutzung im Frühling)

übrigens: freitags und sonntags ist die Wirkung von Heilkräutern weniger hilfreich als an anderen Tagen, völlig unabhängig vom jeweiligen Tierkreiszeichen oder vom Mondstand, eine Erklärung dafür gibt es nicht