„Sommer-Küche im Juni, Juli und August“

 


Juni
jetzt sind alle Kräuter und Blüten in der Fülle ihrer Kräfte, ob wildwachsend oder im Garten, sie rufen geradezu nach Vereinigung
 
Knospen, Blätter und/oder Blüten von Ackersenf, kleine Bibernelle, kleine Braunelle, Brennnessel, Brombeeren, Dost, Ehrenpreis, Erdbeeren, Fingerkräuter, Frauen- u. Silbermantel, Gänseblümchen, Giersch, Glockenblumen, Gundelrebe, kriechender Günsel, guter Heinrich, Himbeeren, Hirtentäschel, Hopfen, Holunderblüten, Honigklee, Huflattich, Johanniskraut, Kamille, Klatschmohn, Klee, Knoblauchrauke, Königskerze, Lindenblüten, Löwenzahn, Lungenkraut, Mädesüss, Malve, gemeine Melde, Minzen, Nelkenwurz (Kapuzinerli), Raps, kugelige u. ährige Rapunzel (Teufelskralle), Sauerampfer, Sauerklee, Schafgarbe, bitteres Schaumkraut, Taubnesseln, Thymian, Vergissmeinnicht, Veilchen, Vogelmiere, Waldmeister, hohe Waldschlüsselblume, Wegeriche, Weidenröschen, Wiesenbocksbart, kleiner u. grosser Wiesenknopf, Wiesensalbei, Wiesenschaumkraut, Wildrosenblüten
Früchte und Beeren von Erdbeeren, Himbeeren, grüne Baumnüsse
 
auch die Gartenkräuter haben jetzt Hochsaison und es ist die beste Zeit die Würz- und Teekräuter zu sammeln und zu verarbeiten, rechtzeitig geerntet, erlauben sie später nochmals einen zweiten Schnitt:
Beifuss, Beinwell, Bohnenkraut, Borretsch, Dill, Dost, Eberraute, Eisenkraut, Estragon, Gartenraute, Goldmelisse, Kamille, Koriander, Lavendel, Liebstöckel, Minzen, Petersilie, Ringelblumen, Rosenblüten, Rosenmalve, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch, roter Sonnenhut (Echinacea), Stewia (Zuckerkraut), Thymian, Wermut, Ysop, Zitronenmelisse
 
 
Juli
sonnendurchtränkte Pflanzen locken wie im Juni in Hülle und Fülle und der rote Holunder leuchtet sehr einladend aus grünem Geäst
 
Blätter und/oder Blüten von kleine Bibernelle, kleine Braunelle, Brennnessel, Brombeeren, Disteln, Dost, Ehrenpreis, Erdbeeren, Fingerkräuter, Frauen- u. Silbermantel, Gänseblümchen, Giersch, Glockenblumen, Gundelrebe, kriechender Günsel, guter Heinrich, Himbeeren, Hirtentäschel, Hopfen, Holunderblüten, Honigklee, Huflattich, Johanniskraut, Kamille, Klatschmohn, Klee, Knoblauchrauke, Köniskerze, Lindenblüten, Löwenzahn, Lungenkraut, Mädesüss, Malve, Margerite, gemeine Melde, Minzen, Natternkopf, Nelkenwurz (Kapuzinerli), Pastinake, Raps, kugelige und ährige Rapunzel (Teufelskralle), Sauerampfer, Sauerklee, Schafgarbe, bitteres Schaumkraut, Taubnessel, Thymian, Vergissmeinnicht, Veilchen, Vogelmiere, Waldmeister, hohe Waldschlüssel-blume, Wegeriche, Weidenröschen, Wiesenbocksbart, kleiner u. grosser Wiesenknopf, Wiesensalbei
Früchte und Beeren von Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, roter Holunder, Preiselbeeren
 
August
 der Zenit des Sommers ist bereits überschritten, langsam geht es dem Herbst entgegen
 
bis Mitte August sollten alle Pflanzen für Heilzwecke gesammelt sein, die heilbringenden Inhaltsstoffe vermindern sich und beginnen sich bereits wieder in den Wurzelbereich zurückzuziehen, für die Küche können sie aber weiterhin kräftig genutz werden
die Würzkräuter im Garten hingegen sind wieder kräftig nachgewachsen und erlauben eine zweite Ernte
 
in diesem sonnenreichen Monat bieten sich gewisse Pflanzen geradezu an für erfrischende Limonaden und herrliche Sirups zum Hinüberretten in den kalten Winter: z.B. Gold-Sirup aus der kanadischen Goldrute, ein feurig rotes Getränk aus der Goldmelisse, auch erste schwarze Holunderbeeren präsentieren sich schwarz-glänzend in der Sonne
 
für Maria-Himmelfahrt (15. August) sollte ein Kräuterstrauss gebunden, nach der kirchlichen Segnung getrocknet und über der Haustüre aufgehängt werden, die heilende Ausstrahlung der Pflanzen fördert gute Gedanken, über’s Jahr wird er verbrannt und durch einen neuen ersetzt
 
ein Kräuterstrauss besteht aus 15 verschiedenen Heilkräutern, zusammengesetzt nach Lust und Laune (aber nicht mehr als 3 Pflanzen einer Art), gemäss alter Überlieferung gehören jedoch Dill und Dost (zur Abwehr des Bösen) immer dazu und in der Mitte muss eine schöne gelbe Blüte den Strauss überragen (Alant, Arnika, Calendula, Königskerze, Rainfarn, Sonnenblume)
 
jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt die Sommerglut in einem Kräutersäckchen einzufangen
 
Steinkleeblüten zusammen mit dem intensiv duftenden Rainfarn, ein paar zarten Lavendelblüten, etwas Eberraute, Rosmarin, Thymian, eine zerstossene Zimtstange und 2-3 Gewürznelken und noch etwas Veilchen-wurzelpulver (wirkt als Fixierer) dienen der Mottenabwehr im Kleiderschrank und erfüllen diesen mit einem zarten, angenehmen Duft
 
aber nicht nur im Kleiderschrank leistet so ein Kräutersäckchen gute Dienste:
ein etwas grösseres Kräuterkissen, gefüllt mit gut gedörrtem und fein gerubbeltem Dost, Beifuss, Lavendel, Majoran, Melisse, Minze, Rosenblüten, Rosmarin, Thymian u. Weissdornblüten, angereichert mit einem wohlriechenden ätherischen Öl kann trösten und Wohlbefinden vermitteln. Durch die körpereigene Wärme werden Heildüfte frei, werden eingeatmet und tun so ihre Wirkung. Ein Kräuterkissen wirkt wohltuend bei Einschlafschwierigkeiten, Krämpfen und leichtem Frösteln
 
seit alters her sagt man, dass Hühnereier – am 15. August (Maria Himmelfahrt) gelegt – bes. lange haltbar seien, (wie Karfreitagseier auch). Beim Pflücken des Kräuterstrausses sollte man gleich nochmals die doppelte u. dreifache Menge der Kräuter mitschneiden und trocknen, um an Ostern im kommenden Jahr die Eier darin hart zu sieden. Sie bekommen nicht nur eine wunderschöne Farbe und feinen Geschmack, sie werden auch ganz besonders bekömmlich
 
ärgere Dich nicht darüber, dass der Rosenstrauch Dornen trägt,
sondern freue Dich vielmehr, dass der Dornenstrauch Rosen trägt
Chinesisches Sprichwort