Schlüsselblume   (Primula veris / Primula elatior)

Die liebliche Schlüsselblume gehört in die Familie der Primelgewächse und wird von Gross und Klein wohl gleichermassen geliebt und bewundert. Weltweit sind etwa 300 verschiedene Primelarten bekannt, die meisten davon in Zuchtformen.
Bei uns wachsen ungefähr 10 Sorten wild, welche vor allem im Gebirge anzutreffen sind.
 
Die wirkungsvollsten Eigenschaften aller Primelarten hat - die nur in den Bergen vorkommende - Felsenaurikel (Pimula auricula). Diese Art ist jedoch tabu, sie steht überall unter absolutem Naturschutz!
 
Die echte Schlüsselblume (Primula veris) mit den dottergelben, rötlich betupften, stark duftenden Blüten hat von allen genutzten Schlüsselblumenarten das stärkste Aroma und die grösste Heilwirkung, aber aufgepasst: sie steht vielerorts ebenfalls unter Naturschutz.
 
Die wohl bekannteste Art ist sicher die hohe, langstielige Schlüsselblume (Primula eliator) mit ihren weit offenen, blassgelben, nicht gerade stark, aber sehr angenehm duftenden Blüten. Die Nutzung ist die gleiche wie bei der echten Schlüsselblume, aber die Wirkung und das Aroma sind schwächer.
 
Die langstielige Schlüsselblume ist übrigens die Mutterpflanze der modernen Hybriden im Garten, welche ebenfalls genutzt werden können.
 
Standort
Die echte Schlüsselblume wächst auf trockenen, sauren Wiesen, in lichten Laubwäldern und auf kalkigen Bergwiesen - und der hohen, langstieligen Schlüsselblume begegnet man in feuchten, nährstoffreichen Wiesen, an Wegrändern, Bachböschungen und an schattigen Stellen auf Waldböden 
               
Ernte
Blätter und Blüten von März-Mai (in den Bergen bis Juni)
 
Geschmack
Blüten aromatisch, süsslich, honigartig
Blätter angenehm nussig, anisartig
                              
Volksglaube
wenn eine Jungfrau an einem Karfreitag drei Handvoll Schlüsselblumen findet, Wasser aus drei Brunnen schöpft, daraus einen Absud macht und sich damit dreimal hintereinander das Gesicht wäscht, bleibt sie zeitlebens von Falten verschont
 
Besonderes
Schlüsselblumen stehen vielerorts unter Naturschutz, deshalb dürfen absolut keine Wurzeln ausgegraben werden.
 
Aber auch mit den Blüten sollte man bescheiden sein. Wenn sie im Frühjahr zeitig erscheinen, ist es meist noch sehr kalt und die Schlüsselblümchen sind nebst den Huflattichblüten oft die erste und einzige Nahrungsquelle für viele Insekten.
 
Für den Eigenbedarf kann man sehr gut ein paar Exemplare im eigenen Garten ziehen. Wenn es der Pflanze an einem Plätzchen gefällt, gedeiht und vermehrt sie sich rasch.
 
Die Blätter sollten nur sparsam verwendet werden. Sie enthalten zwar viel Vitamin C, aber auch Saponine. Empfindliche Personen könnten mit Übelkeit reagieren. Aus dem gleichen Grund werden die Blüten auch vielfach ohne grüne Kelche verarbeitet. Die Blüten selbst können bedenkenlos konsumiert werden.
 
übrigens
die sog. Primel-Allergie, welche starke Hautausschläge verursacht, kann auch von wildwachsenden Schlüsselblümchen ausgelöst werden

 
  • Schlüsselblumen-Hustentee wirkt krampflösend, schleimlösend , entzündungshemmend und heilungsfördernd vor und während Schnupfen- und Grippezeiten
  • Feierabendtee zur Beruhigung und als Einschlafhilfe bei Nervosität und innerer Unruhe und - wenn man Mühe hat, den Alltag „abzuschalten“
  • bei Spannungs-Kopfschmerzen und Migräne wirkt Schlüsselblumentee schmerzlindernd und beruhigend

  • dekorative , essbare Garnitur für Frühlingssalate
  • Suppen
  • Saucen
  • Dips
  • Aroma-Essig
  • Bowle
  • Likör
 
Schlüsselblumen Feierabend-Tee
2 TL frische Schllüsselblumen-Blüten (getrocknete 1 TL) mit 2,5 dl kochendem Wasser übergiessen, 5-10 Min. zugedeckt stehen lassen, absieben, nach Belieben mit Bienenhonig süssen und genüsslich möglichst warm in kleinen Schlucken
trinken