Huflattich   (Tussilago farfara)

Der Huflattich ist eine mehrjährige, wildwachsende, robuste Pflanze von etwa 5-30 cm Höhe, je nach Standort. Er ist einer der ersten Blüher im Frühling und die sonnengelben, strahlenförmig angeordneten Blütenköpfchen erscheinen vor den hufförmigen Blättern, welche auf der Oberseite grün und auf der Unterseite filzig-weisslich sind.

Als Pionierpflanze ist der Huflattich in ganz Europa, Asien und Afrika beheimatet, nach Amerika wurde er jedoch erst durch die ersten Siedler eingeschleppt

Standort
auf lehmig-feuchten Böden, auf Schutt- und Kiesplätzen, Geröllhalden, Bachufern, und an Wegrändern
 
Ernte
Knospen und Blüten von März-April 
Blätter von Fühling bis Sommer
 
Geschmack
Blüten aromatisch, honigartig                                
Blätter würzig, leicht nussig
 
Besonderes
Weil bereits Hippokrates den Huflattich beschrieben und empfohlen hat, ist er vermutlich die älteste bekannte Heilpflanze gegen den Husten.
 
Hildegard von Bingen empfiehlt den in Wein eingelegten Huflattich als ein gutes Mittel nach unmässigem Genuss grosser Speisenfolge.
 
Vor ein paar Jahren wurden in der Pflanze in geringen Mengen sog. Pyrrolizin-Alkaloide nachgewiesen, Stoffe, welche bei empfindlichen Personen krebs-erregend und leberschädigend sein sollen. Es wurde aber nicht gesagt, welch riesige Mengen Huflattich über Jahrzehnte täglich konsumiert werden müssten, bis ein Schaden entsteht.

  • Huflattichblüten-Tee wirkt lindernd, hustenstillend, krampf- und schleimlösend bei Erkältungen, Grippe und Bronchialkatarrh
  • Mundspülungen bei Rachenentzündungen
  • ein starker Absud als Teilbad oder Umschlag bei schlecht heilenden Wunden, Geschwüren und Ausschlägen
  • Frischlatt-Auflagen bei Kopfschmerzen und Migräne (filzige Blattseite auf die Haut legen)
  • Frischblatt-Auflagen bei Blasen an den Fersen, geschwollenen Füssen und Muskelschmerzen auf langen Wanderungen (Blätter in die Schuhe legen)
  • Frischblatt-Auflagen bei Insektenstichen, kleinen Schnitten und Schürfungen
  • tiefgekühlte Blätter bei Fieber und Kopfschmerzen (auf die Stirn auflegen)
  • getrocknete Huflattichblätter ergeben einen aromatischen Pfeifentabak

zum Dörren Blüten und Blätter an einem gut durchlüfteten, trockenen, schattigen Ort auf einer saugkräftigen Unterlage (z.B. Küchencrèpe) lose ausbreiten, ab und zu etwas umdrehen, Huflattich muss zur Aufbewahrung "klipperdürr" sein, sonst verdirbt er (die Blüten reifen nach und zerfallen und die Blätter schimmeln), danach in Baumwollsäckchen oder Kartonschachteln aufbewahren

  • Blüten als Garnitur für Salate, Suppen und Desserts
  • Blüten für Sirup, Honig und Likör                                
  • Blüten und Blätter einlegen in Essig und Öl
  • Blätter feingehackt für Salate, Suppen, Saucen und Dips 
  • Blätter in Teig getaucht und ausgebacken als Apéro-Gebäck
  • Blätter können für spätere Verwendungen auch gut eingefroren werden
  • getrocknete Blätter eignen sich fein zerrieben für div. Würzmischungen  (sie haben ein feines nussiges Aroma)