Bärlauch   (Allium ursinum)

Der Bärlauch ist eine mehrjährige, im Frühjahr wildwachsende, robuste, ausdauernde, sehr grossflächig sich ausbeitende Pflanze von etwa 20-30 cm Höhe, mit kurzgestielten, länglich-elliptischen Blättern und kugeligen, schneeweissen Blüten. Das Kraut macht sich schon von weitem durch den extrem intensiven Knoblauchgeruch bemerkbar.

Leider wird das Kraut immer wieder mit den Blättern von Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt, welche beide sehr giftig sind.

Um Verwechslungen zu vermeiden, muss man vor dem Pflücken die Blätter zwischen den Fingern zerreiben. Bärlauchblätter riechen enorm nach Knoblauch, Maiglöckchenblätter sind geruchlos und Herbstzeitlosenblätter stinken widerlich.

wenn man nicht absolut sicher ist,

das Pflanzengut unbedingt stehen lassen

 

Standort
in lichten Auenwäldern und feuchten Schluchten, am liebsten im Halbschatten
 
Ernte
junge Blätter von April-Mai                                 
Blütenknospen und Blüten von Mai-Juni 
Samenstände von Juni-Juli                               
Zwiebelchen im Herbst ausgraben
 
Geschmack
stark knoblauchartig, hocharomatisch
 
Besonderes
als es in unseren Gegenden noch wildlebende Bären gab, sollen sich diese nach dem Winterschlaf, matt und kraftlos über die zarten Blätter des Bärlauchs hergemacht und ziemlich rasch zu ihrer ursprünglichen Kraft zurückgefunden haben, daher der Name
 
manchmal heisst es, Bärlauch sei giftig, sobald er anfange zu blühen - das stimmt nicht - Bärlauch ist in keiner Form giftig, wenn die Blätter älter sind, werden sie lediglich etwas zäh und beissend, denn der Gehalt an ätherischen Ölen hat sich stark vermehrt und darauf könnten Personen mit schwachem Magen leicht empfindlich reagieren

Bärlauch-Tee

  • fördert den Appetit und regt die Verdauung an
  • wirkt krampflösend bei Blähungen und Magen-Darmbeschwerden
  • desinfiziert den ganzen Magen-Darmtrakt
  • senkt den Blutdruck und den Cholesterinspiegel
  • reinigt das Blut und fördert die Harnausscheidung

Bärlauch-Tee hat viele gute Eigenschaften, aber auch einen grossen Nachteil, er schmeckt scheusslich - selbst 1 Löffel Bienenhonig ändert nichts am Geschmack!

die jungen, zarten Blättchen eignen sich frisch hervorragend für Salate, Suppen, Saucen, Sugo, Dips, Pesto, Gemüse, Kartoffeln, Pasta, Reis, Geflügel, sonstige Fleischgerichte, Fisch, Meeresfrüchte, Pilze, Quark, Frischkäse, Mozzarella, Hartkäse, Kräuterbutter und.. und.. und..  -  einfach für alle Gerichte, welche Knoblauch vertragen - aber immer erst am Schluss beigeben (ausser beim Pesto)

die Blätter sollten nicht getrocknet werden, denn sie schmecken wie kraftloses "Heu", aber man kann sie kleingehackt gut einfrieren ( wie Schnittlauch) oder in Essig, Öl und Salz einlegen

die Blütenknospen eignen sich ausgezeichnet für sog. Wildkapern und die zarten Blütensternchen als hünsche Dekoration zu vielen Gerichten

die Samen aus den Blütenständen eignen sich mit ihrem pfeffrig-würzigen Aroma ausgezeichnet für div. Gewürzmischungen

im Herbst können die Zwiebelchen ausgegraben und getrocknet werden, sie haben ein wunderbares, intensiv-zartes Knoblauch-Aroma